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20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

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Jonalyn - Ihr Schicksal bewegte viele Menschen

"Traurig über den plötzlichen Tod, der irgendwie auch Erlösung durch einen gnädigen Gott war, bewegt von den Gedanken, an ihr langes Leiden nach dem qualvollen Martyrium und wütend darüber, dass sich die Täter bis heute der Verantwortung entziehen konnten." Joe Bausch

Am 1. Weihnachtstag 1998 wurde ein 3 ½-jähriges philippinische Mädchen von einem Paar halbtot in der Kölner Universitätsklinik abgegeben. Beide hatten das im Koma schwebende Kind an der Pforte der Kölner Uniklinik abgegeben. Während die Ärzte sich um das Kind kümmerten, verschwand das Paar.

Das Mädchen war mehrfach brutal vergewaltigt, vergiftet und aufs Schwerste misshandelt worden. Nach langem Koma stellte sich heraus: Durch die unzähligen Misshandlungen neben dem Missbrauch wird sie blind, halbseitig gelähmt und mit einer hirnorganischen Schädigung dauerhaft geistig schwer behindert bleiben.

Das Paar wurde von Interpol rasch ermittelt und gefasst.

Dann klärte sich die Identität des Mädchens. Sie heißt Jonalyn, stammt aus den Philippinen und wurde gemeinsam mit ihrer Mutter von einem belgischen Mann auf dem internationalen Heiratsmarkt "gekauft". Mutter, Stiefvater und der halbwüchsige Sohn des Mannes wurden in Belgien gestellt.

Das Kind litt monatelang unter dem Missbrauch und den unsäglichen Misshandlungen des Stiefvaters sowie des minderjährigen Stiefbruders.

Der Stiefbruder wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Der Stiefvater sitzt in einer forensischen Klinik und ist bis heute für seine schwere Tat nicht verurteilt worden!  Die Rolle der Mutter bei den Taten ist ungeklärt, weitere Geschwister leben beim Großvater in den Philippinen. Die bundesweiten Medien berichteten seinerzeit ausführlich.

Die Überlebenschancen des kleinen Mädchens waren gering. Um ihr wenigstens ein Sterben in Würde zu ermöglichen, wurde sie in einem Hospiz in der Eifel untergebracht, einer Einrichtung zur Sterbebegleitung.

Jedoch unerwartet zeigte das kleine Mädchen einen enormen Lebenswillen.

Im Sommer 2001 hatte sich Jonalyn so stabilisiert, dass sie das Hospiz verlassen konnte. Jonalyn besuchte in den folgenden Jahren eine Sonderschule für blinde geistig und körperlich behinderte Kinder und lebte in einem spezialisierten Pflegeinternat. Ihre schweren Behinderungen hat sie jedoch nie überwinden können. Häufig musste sie sich schmerzhaften Operationen unterziehen, um weitere Beeinträchtigungen, die sich durch die Behinderungen immer wieder einstellten, zu lindern.

Als die Schauspieler und übrigen Vereinsmitglieder Anfang 1999 von Jonalyns Schicksal erfuhren, das dem Drehbuch des Tatorts „Manila“ so sehr ähnelte, nahm der Verein Kontakt zum Jugendamt der Stadt Köln auf und bot für das Kind seine Unterstützung an.

Ab 1999 übernahm der Tatort-Verein Kosten für die Therapien des Kindes, die die öffentliche Hand nicht übernahm. Jonalyn erhielt Therapien, eine Klangwiege und spezielle therapeutische Instrumente, auf die sie gut reagierte. Der Verein finanzierte therapeutische Maßnahmen, ein Wasserbett, damit das schwer geschädigte Kind schmerzfrei liegen konnte u.v.m. Eine regelmäßige Reittherapie für Jonalyn wurde ebenfalls viele Jahre vom Tatort-Verein finanziert.

Die ehemals zuständige Mitarbeiterin des Kölner Jugendamtes, die auch die Vormundschaft übernommen hatte und Mitglied im Tatort-Verein ist, kümmerte sich auch nach ihrer Versetzung in den Ruhestand weiter um Jonalyn.

Jonalyn lebte bis zu ihrem Tod in der Pflegeeinrichtung für mehrfach schwerstbehinderte blinde Menschen. Sie starb am 24. April 2018.