Kinder brauchen keinen Knast –
sondern ein liebevolles Zuhause.

Perspektiven schaffen!
durch bessere Nahrungsmittelversorgung
für Aidswaisen in Kinderhaushalten.

Medizinische Grundversorgung in Müllbergsiedlungen

Bitte unterstützen Sie
unsere Projekte.
Mit Ihrer Spende.

Fairer Handel für nachhaltige Armutsbekämpfung.

Gleicher Schulstart für Kinder jeder Herkunft.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

-Pressemitteilung vom 12.11.2019-

Die Kinderrechtskonvention - die wichtigste Übereinkunft über die Rechte des Kindes - wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.

Weltweit gültige Grundsätze für den Umgang mit Kindern wurden erstmals in diesem Übereinkommen formuliert: das Recht auf Gleichbehandlung; das Wohl des Kindes hat Vorrang; das Recht auf Leben und Entwicklung und die Achtung der Meinung des Kindes. Damit verpflichtet sich jedes Land, die Entwicklung der Kinder zu sichern - zum Beispiel durch Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch.

Die Philippinen waren eines der ersten Länder, die die UN-Kinderechtskonvention unterzeichnet haben. Im Einklang damit verpflichtete sich die philippinische Regierung eine umfassende Politik für Jugendgerichtsbarkeit zu entwickeln und umzusetzen. Entsprechend dieser Verpflichtung verabschiedete sie im Jahr 2006 ein Jugendrecht- und - Schutzgesetz, um Kinder, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine altersgerechte Behandlung zu garantieren.

Bis 2006 durften Kinder, die älter als neun Jahre waren, auf den Philippinen strafrechtlich verfolgt werden. Tausende Kinder befanden sich damals im Gefängnis. Viele von ihnen teilten sich Gefängniszellen mit erwachsenen Kriminellen. Das Jugendrecht- und - Schutzgesetz von 2006 erhöhte das Mindestalter für Strafmündigkeit auf 15 Jahre. Es folgte dem Prinzip der UN-Kinderrechtskonvention, dass die Festnahme und Inhaftierung eines Kindes nur als letztes Mittel angewandt werden sollte.

Das Jugendrecht- und - Schutzgesetz von 2006 fördert die Schaffung eines Justizsystems, das sich auf Rehabilitation statt auf Bestrafung konzentriert. Es bestätigt das Grundprinzip, dass im Straffrecht ein Kind nicht als Erwachsener behandelt werden darf so wie es in der UN- Kinderrechtskonvention  verankert ist: dass „das Kind wegen seiner mangelnden körperlichen und geistigen Reife besonderen Schutzes und besonderer Fürsorge, insbesondere eines angemessenen rechtlichen Schutzes vor und nach der Geburt, bedarf“.

Dieses Gesetz wird aber immer wieder umgangen. Kinder, die jünger als 15 Jahre alt sind, werden schon wegen Bagatelldelikten festgenommen - zum Beispiel wegen Herumlungerns, kleinen Diebstählen, und Klebstoffschnüffelns.

Unter der jetzigen Regierung von Rodrigo Duterte wird ein Gesetzesentwurf diskutiert, der das Mindestalter für die Strafmündigkeit von 15 auf 12 Jahre senken soll. Grund: Syndikate setzen Kinder angeblich für Drogenhandel und andere kriminelle Aktivitäten ein.

Laut Ulrike Thönniges, Geschäftsführerin des Kölner Vereins Tatort- Straßen der Welt e.V. wird diese Gesetzesreform Kinder und Jugendliche aus armen Familien erneut und besonders treffen. „Die Herabsetzung des Mindestalters für Strafmündigkeit ist eine Katastrophe. Außerdem hat die Kinderkriminalität abgenommen, anders als die philippinische Regierung behauptet. Polizeistatistiken von 2018 zeigen, dass nur circa 2 Prozent aller Vergehen von Kindern begangen wurden.“

Nach dem Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen sollen Vertragsstaaten das Mindestalter für die strafrechtliche Verfolgung nicht herabsetzen, wenn ihr derzeitiges Gesetz die Strafmündigkeit auf mehr als 14 Jahre festlegt.


Es weist darauf hin, dass die Beibehaltung des Strafmündigkeitsalters auf 15 Jahre Führungsstärke und Engagement für Kinder zeigen würde und die Philippinen mit den Ländern gleichsetzen, die in dieser Frage weltweit führend sind.

Der Verein Tatort- Straßen der Welt e.V. setzt sich weltweit für Kinderrechte ein. Die Kampagnen und Projekte, die der Verein unterstützt und selbst initiiert, haben das Ziel, Kinderrechte und Kinderschutz zu fördern und zu fordern. Aus der Gründungsgeschichte des Vereins ergibt sich ein Fokus auf die Philippinen. Dort engagiert sich der Verein seit 1998 für Entwicklungs- und Kinderrechtsprojekte. Seit vielen Jahren unterstützt er die Arbeit der Kinderrechtsorganisation PREDA (People´s Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation), die von dem irischen Pater und Menschenrechtspreisträger Shay Cullen mitgegründet wurde. PREDA befreit Kinder aus den Jugendstrafanstalten. In der Nähe von Olongapo City (nördlich von Manila in der Provinz Zambalez) finden die Kinder bei PREDAs Kinderschutzzentrum ein neues Zuhause.

Zusammen mit PREDA und anderen Kinderrechtsorganisationen kämpft der Tatort- Straßen der Welt e.V. gegen die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf den Philippinen. „Stattdessen sollen dort bestehende Gesetze zum Schutz der Kinder umgesetzt werden“, sagt Thönniges.

Die Kölner Tatort-Kommissare Dietmar Bär, Klaus Behrendt und Joe Bausch engagieren sich seit der Gründung des Vereins für das Wohl der philippinischen Kinder und ihre Zukunftsperspektiven. Sie fordern Wachsamkeit beim Schutz der Kinderrechte auf den Philippinen.

Klaus J. Behrendt: „Die Frage ist:  Wie steht es wirklich nach 30 Jahren um die Rechte der Kinder weltweit wie Gesundheit, Bildung oder dem Schutz vor sexueller Ausbeutung und Gewalt?“

Dietmar Bär„Die Konventionen weisen jedem Kind unveräußerliche Rechte zu, wie gesundes Großwerden, Schutz, Fürsorge und Bildung.“  

Joe Bausch: „Kinder, als die schutzbedürftigsten Mitglieder unserer Gesellschaft, müssen in ihren Rechten geschützt und unterstützt werden.“

 

Übereinkommen über die Rechte des Kindes: Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen

 

 

Pater Shay Cullen und Dietmar Bär treffen die befreiten Jungen im Preda-Boys-Home. Hier leben die Kinder freiwillig. Sie gehen zur Schule, Spielen und machen Sport, haben Möglichkeiten zu Therapien.

Februar 2019, Foto: Raffy Lerma, Ort: Provinz Zambales

 

 

Der irische Pater und Menschenrechtspreisträger Shay Cullen erklärt die Grundsätze und Maßnahmen seiner Organisation PREDA (People´s Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation) zur Genesung und Resozialisierung von Kindern.

Februar 2019, Foto: E.L. Kotte, Ort: Provinz Zambales

 

 

Dietmar Bär und Ulrike Thönniges (Tatort Strassen der Welt e.V.) beim 45. Jubiläum von PREDA im Februar 2019    

Foto: Cajus van Eickels, Ort: Provinz Zambales