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20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

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Aktuelle Erfolge im PREDA Mädchenhaus

Das PREDA Mädchenaus betreute 2018 insgesamt 80 Kinder.

38 dieser Kinder wurden 2018 aufgenommen, die anderen wohnten bereits 2017 hier. Mittlerweile wurden 41 Mädchen im selben Jahr wieder in unterstützende Familien integriert. Die meisten von ihnen erhalten weiterhin Nachsorgeleistungen.

Den Mädchen wurden verschiedene Maßnahmen angeboten, darunter häusliche Lebenshilfe, Bildung, Qualifizierung, Erholung, Wertebildung, Therapie sowie Familienzusammenführung und Reintegration. Das Jahr 2018 ist vor allem wegen der hohen Zahl der verurteilten Täter und Menschenhändler bemerkenswert, 17 um genau zu sein.

PREDA Mädchenhaus

Etwa 80 Mädchen, die aus Zwangsprostitutionsverhältnissen befreit werden konnten oder Missbrauch in der Familie erleiden mussten haben Platz im Mädchenhaus von Preda. Das Haus liegt auf einem wunderbar in die Natur eingebettetem Grundstück, weit ab von den Bordellen und Bars der örtlichen Sex-Mafia. Die Mädchen sind in zwei Chalets mit mehreren Wohngruppen untergebracht. Ein weiteres Gebäude mit Gruppen- Unterrichts-, Therapie- und Büroräumen ergänzt das Schutzzentrum. Pädagogische und psychologische Fachkräfte betreuen die Mädchen rund um die Uhr, damit sie ihre furchtbaren Erlebnisse verarbeiten können. Die Mädchen gehen zur Schule, erhalten medizinische Versorgung, liebevolle Zuwendung und Unterstützung bei der Anklage gegen ihre Peiniger.

2014 konnte das neue, durch den Tatort-Verein mitfinanzierte Mädchenhaus in Betrieb genommen werden, nachdem das alte viel zu klein geworden war. Damit auch weiterhin möglichst viele Mädchen im Schutzzentrum neue Perspektiven aufbauen und ihre Erlebnisse verarbeiten können, werden zum Erhalt und Unterhalt des Hauses kontinuierlich Mittel benötigt. Marlyn Capio leitet das Kinderschutzhaus.

 

 

Mehr über Marlyn

Die 36-jährige Sozialarbeiterin ist oft verdeckt für die Kinderschutzorganisation PREDA unterwegs, häufig in Krisengebieten sowie in Bars und im Rotlichtmilieu. Dann ist sie auf der Suche nach sexuell ausgebeuteten jungen Mädchen. Viele von ihnen konnte sie so aus der Prostitution retten.

Marlyn Capios eigene Leidensgeschichte begann, als ihr Vater starb und ihr Stiefvater sie vergewaltigte, als sie zehn Jahre alt war. Mit 13 riss Marlyn aus, floh zu einer Freundin, lebte in Parks, musste betteln gehen. Von Kinderhändlern wurde sie in einer Sexbar zur Prostitution gezwungen. Als 14-jährige wurde das Mädchen mit gefälschten Papieren von Kinderhändlern für 3 Monate nach Deutschland gebracht, missbraucht und misshandelt.

Zurück in Manila lebte sie weiter auf der Straße als Kinderprostituierte. Marlyns dramatische Erlebnisse waren die Grundlage für den „Tatort Manila". Mit 14 Jahren wurde Marlyn von PREDAs Sozialarbeitern auf der Straße gefunden und befreit; sie kam ins PREDA Mädchen- und Kinderschutzzentrum. Sie besuchte wieder die Schule, schloss die Highschool erfolgreich ab und absolvierte mit einem Stipendium des Tatort-Vereins ein Studium als diplomierte Sozialarbeiterin.

Seither unterstützt sie die Kinderrechtsarbeit von Shay Cullen, kümmert sich um Straßenkinder und hilft vielen Kindern, die auch Opfer des Kinderhandels waren. Marlyn leitete auf den Philippinen hunderte Strafverfahren gegen Kinderschänder ein und hält auf der ganzen Welt gemeinsam mit Shay Cullen Vorträge über ihre Arbeit.

Marlyn spricht offen über ihren Weg in die Prostitution, über ihre Therapien und ihre Arbeit als Sozialarbeiterin bei PREDA: Sie geht in Hotels und schult die Mitarbeiter, woran sie die Sextouristen unter ihren Gästen erkennen. Sie schult regelmäßig unter anderem Eltern, Lehrer und Polizisten, warum die Mädchen vor Zuhältern geschützt werden müssen – immer vor dem Beispiel ihrer eigenen Vergangenheit.

Filmreportage: Marlyns Kampf gegen die Kinderprostitution

Deutsche Welle: „Es gibt noch viele Marlyns"

Brigitte Reportage: Es ist nicht vorbei   

PREDA: Schwerer Kampf gegen die Kinderprostitution

PREDA: Gerechtigkeit für missbrauchte Kinder