Kinder brauchen keinen Knast –
sondern ein liebevolles Zuhause.

Perspektiven schaffen!
durch bessere Nahrungsmittelversorgung
für Aidswaisen in Kinderhaushalten.

Medizinische Grundversorgung in Müllbergsiedlungen

Bitte unterstützen Sie
unsere Projekte.
Mit Ihrer Spende.

Fairer Handel für nachhaltige Armutsbekämpfung.

Gleicher Schulstart für Kinder jeder Herkunft.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

Aktuelle Erfolge im PREDA Jungenhaus

Das „PREDA Home for Boys-Programm“ für mit dem Gesetz in Konflikt geratenen und gefährdeten Kindern, bot im Jahr 2019 insgesamt 106 Jungen eine ganzheitliche Betreuung. Davon wurden 63 erst 2019 in das Programm aufgenommen und 43 aus dem Jahr 2018 übernommen. Neben der Grundversorgung erhielten alle verschiedene Leistungen in Form von Bildungshilfe, medizinischer Unterstützung, Rechtsberatung/Fallmanagement, therapeutische Maßnahmen, Familienzusammenführung und Berufsausbildung (TESDA Bericht s. unten).

Es gab 39 Jungen, die das Rehabilitationsprogramm im Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen haben und wieder in ihre Familien integriert wurden. Sie bekommen weiterhin Nachsorgeleistungen, um das Risiko zu verringern, dass sie erneut verhaftet und eingesperrt werden.

Ausbildungsprogramm mit TESDA

Schulungsgebäude PREDA

2019 startete PREDA ein Berufsausbildungsprogramm mit der staatlichen Behörde TESDA (Technical Education and Skills Development Authority). Es profitierten insgesamt 32 Jungen von den verschiedenen Schulungen, die im Rahmen des beruflich-technischen Qualifizierungsprogramms angeboten wurden. Die angebotenen Schulungen ermöglichten den Jungen eine positive Einstellung zu Arbeit, Industrie und Produktivität zu entwickeln.

Ab dem Altern von 15 Jahren, können die Jungen an diesem Programm teilnehmen. Die Jungen lernen schweißen und absolvieren ihre Ausbildung im Rahmen dieses Programms. Einige lernen schreinern, andere wiederum Haare zu schneiden und ein Auto zu fahren.

Die Trainingseinheiten finden drei Monate lang an vier Tagen in der Woche auf dem Gelände von PREDAs Jungenheim statt. Die erworbenen Fähigkeiten werden direkt vor Ort praktisch eingesetzt: Als Demonstration der erworbenen Fähigkeiten konnten die Schweißschüler vier bewegliche Wäschetrockner, eine Schaukel, Wagen und Fenstergitter für das PREDA Jungen- und Mädchenhaus herstellen. Sie schafften es auch, unter Anleitung ihres Trainers sechs Metallschilder, vier Mülleimer für die Mülltrennung und ein Basketballbrett herzustellen. Sie reparierten Bettrahmen und Metallbänke, die im Kinderheim verwendet wurden. Für diejenigen, die das Fahren gelernt haben, sind sechs von ihnen jetzt zuversichtlich, ein Allradfahrzeug selbst zu fahren. Zwei der Schüler, die sich mit dem Haare schneiden befassten, boten den Kindern im PREDA Jungenhaus einen kostenlosen Haarschnitt an. Für die Tischlerausbildung, die erst im November begann, werden voraussichtlich Holztische und -stühle hergestellt, die sowohl im PREDA Jungenheim als auch im PREDA Mädchenheim verwendet werden.

"Die Jungen sollen die von TESDA angebotene NC2-Prüfung ablegen", sagt Pater Shay Cullen. "Dies kann sie für ein Berufszertifikat für Anfänger qualifizieren". Pater Shay ist glücklich darüber, dass die Jungen Fähigkeiten erworben haben, die ihnen dabei helfen könnten eine Anstellung zu finden und aus ihrem früheren riskanten Leben als „Kinder im Konflikt mit dem Gesetz“ oder als gefährdete Straßenkinder auszusteigen.

Ziel ist es, die Jungen wieder in ihre Familien zu integrieren. Sie werden von einem PREDA-Mitarbeiter bei der Suche nach Jobs unterstützt. Dies wird hoffentlich das Einkommen ihrer Familie erhöhen und somit verhindern, dass diese Kinder erneut in Konflikt mit dem Gesetz geraten.

Fortschritte und Herausforderungen im PREDA-Jungenheim

(v. l.) Francis B. Bermido Jr. (PREDA), Emmalyn Liwag Kotte (Tatort-Verein), Father Shay (PREDA)

Ein Bericht unserer Bildungsreferentin für die Philippinen Emmalyn Liwag Kotte

22. Januar 2020

Der neunjährige Peter sagt, sein Vater habe seine Mutter getötet und ihn des Verbrechens beschuldigt. So landete er in einer Haftanstalt für jugendliche Straftäter in Marikina (eine Stadt in Metro Manila). Dort fanden ihn Sozialarbeiter und brachten ihn zu PREDA.

Die Geschichte von Peters jungem Leben ist unklar, sagt Jovelyn Legaspina, die Sozialarbeiterin, die sich jetzt um ihn kümmert. Aber er erzählt seine Geschichte immer wieder, immer im Einklang mit den gleichen blutigen Details. Eines ist sicher, sagt Legaspina: "Das Kind war durch die Umstände des Todes seiner Mutter schwer traumatisiert. 2018 fand Peter Zuflucht im PREDA-Jungenheim in Zambales." Die Einrichtung dient als Zufluchtsort für Kinder und Minderjährige, die von PREDA aus staatlichen Jugendstrafanstalten gerettet werden.

Letztes Jahr hat PREDA beschlossen, Jungen, die jünger als 12 Jahre alt sind, getrennt von den Älteren unterzubringen. Peter lebt jetzt zusammen mit zehn anderen Jungen unter 12 Jahren in einem Haus auf demselben Gelände in Zambales, auf dem sich auch PREDAs Mädchenheim befindet.

Einige von ihnen besuchen eine nahegelegene Grundschule, aber die meisten werden von mobilen Lehrern unterrichtet, die vom Bildungsministerium akkreditiert sind. Sie kommen zu PREDAs Jungenheimen und erteilen Unterricht nach dem staatlich anerkannten alternativen Lernsystem (ALS).

Der Unterricht wird auch von PREDA-Mitarbeitern angeboten. Die Schulbildung, die Kinder bei PREDA erhalten, ermöglicht es ihnen, die Grund- und Sekundarschulbildung zu beenden und sich für eine spätere Beschäftigung weiterzubilden.

PREDA Jungenhaus: Eine Praktikantin berichtet

Lydia, Praktikantin aus Australien bei PREDA:

"Ich war so beeindruckt von der umfassenden Unterstützung, die jedem Kind gewährt wird, das nach PREDA kommt. Sich persönlich mit den von PREDA geretteten Kindern treffen zu können, macht demütig. Besonders der Fall von Angelo, einem Jungen, der von PREDA-Mitarbeitern aus den Straßen von Manila gerettet wurde.
Auf der langen Reise zurück nach Olongapo konnte ich einen kleinen Teil des großen Heilungs- und Rehabilitationsprozesses miterleben, den PREDA ermöglichte. Ich erinnere mich an das Abendessen in Jollibee (Fast Food Kette), bei dem Angelos vorsichtiges Lächeln größer wurde als ein Tablett mit gebratenem Hühnchen und Reis vor ihn gestellt wurde (eine Mahlzeit in Jollibee ist anscheinend der Weg zu jedem philippinischen Herzen). Als ich ihn beobachtete, war ich so glücklich, zu wissen, dass er an einen sicheren Ort gebracht werden würde, an dem er betreut werden würde und geliebt , so wie jedes Kind aufwachsen sollte. Meine Freude wurde zwei Tage später bestätigt, als ich das Heim für kleine Jungen besuchen und Angelo mit anderen Jungen im Freien herumlaufen sehen konnte, lachend und lächelnd. Für mich wird Angelos Lächeln als ständige Inspiration dienen, um die Rechte der Kinder zu schützen und zu verteidigen. "

 

Herausforderungen

PREDA steht vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, diese verwundeten Seelen zu heilen, Diese Kinder - alle unter 12 Jahre alt - lebten ungeschützt in den Straßen von Metro Manila und Central Luzon oder wurden zusammen mit älteren Jungen in sogenannten Kinderheimen eingesperrt. PREDA bietet ihnen nun das Recht, als Kinder in einer geschützten Umgebung zu leben. sagt Pater Shay. Die größte Herausforderung besteht darin, die Haltung lokaler Beamter zu ändern, die die Rechte der Kinder nicht respektieren und ihnen kein angemessenes Zuhause und keine angemessenen Dienstleistungen bieten.

PREDA-Sozialarbeiter "retten" Kinder aus staatlichen Jugendstrafanstalten. Berichten zufolge herrschen in diesen Jugendstrafanstalten unmenschliche und nicht kindgerechte Lebensbedingungen. Die Erhaltung der PREDA-Kinderheime ist teuer und arbeitsintensiv, da sie rund um die Uhr betrieben werden. Finanzierung und Nachhaltigkeit sind daher immer eine Herausforderung.

Wie Peter haben die meisten Jungen, die zu PREDA kommen, erst das erste oder zweite Jahr der Grundschule abgeschlossen. Die Älteren besuchen ALS-Kurse, in denen sie lesen und schreiben lernen, während sie ihre Berufsausbildung absolvieren. Aber ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse am Lernen zu behalten, ist für ihre Lehrer und Ausbilder immer eine große Herausforderung. Und es ist nicht einfach, LehrerInnen für diese schwierige Aufgabe vor Ort in Zambales zu finden, sagt Pater Shay.

Die Jungen müssen wieder Selbstvertrauen gewinnen. Sie müssen wieder Vertrauen in die Gemeinschaften gewinnen, aus denen sie stammen. PREDA braucht mehr Sozialarbeiter, Lehrer und Psychologen, um ihnen bei diesem Aufstieg zu helfen.

PREDA Jungenhaus

Auf den Philippinen fehlt es an Jugendhilfeeinrichtungen, die sich um Straßenkinder und straffällig gewordene Kinder kümmern.

Im 2010 eröffneten neuen Jungenhaus von PREDA, dem „New Dawn Home for Boys“, erhalten befreite Kinder und Jugendliche neue Perspektiven. Das Gebäude konnte unter anderem dank großzügiger Spenden vom Tatort-Verein und durch den Benefizanteil, den der Tatort-Verein über WeltPartner von den verkauften Mango Monkeys erhält, finanziert werden. Die meisten Jungen wurden nur wegen Bagatelldelikten von der Straße weg inhaftiert. Hilflos der Willkür von Mitgefangenen ausgeliefert, ohne Rechtsbeistand und ohne Hoffnung, haben sie oft monatelang unter unmenschlichen Bedingungen im Gefängnis gesessen. Bei PREDA erhalten diese Jungen ein neues Zuhause. Neben beruflicher und schulischer Ausbildung finden sie hier Wertschätzung, seelische und körperliche Heilung und eine neue Lebenschance. Das Jungenhaus liegt ländlich idyllisch, ca. 30 Autominuten von Olongapo entfernt.

Das ganzheitliches Konzept von PREDA beinhaltet psychologische Betreuung, sowie Ausbildungskurse im Handwerk und Schulunterricht. Feste Bezugspersonen betreuen die Kinder. Ziel ist es, die jungen Menschen auf ihrem Weg in eine selbstbestimmten Zukunft vorzubereiten und sie dabei zu begleiten. Die Rückkehr der Jungen in ihre Familien ist ebenfalls Teil des Programms. Sind die Jungen in ihre Familien reintegriert, werden sie weiterhin von PREDA Sozialarbeitern betreut, damit sie nicht auf die schiefe Bahn geraten, sondern weiterhin zur Schule gehen oder arbeiten.

Das Jungenhaus bietet insgesamt etwa 100 Jungen Platz, ist aber aufgrund fehlender Mittel für ausreichendes Betreuungspersonal nicht voll belegt. Damit mehr Kinder aufgenommen werden können, ist PREDA dauerhaft auf Spenden angewiesen.