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20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

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Ein Bericht unserer Bildungsreferentin für die Philippinen - 22.01.2020

(v. l.) Francis B. Bermido Jr. (PREDA), Emmalyn Liwag Kotte (Tatort-Verein), Father Shay (PREDA)

Der neunjährige Peter sagt, sein Vater habe seine Mutter getötet und ihn des Verbrechens beschuldigt. So landete er in einer Haftanstalt für jugendliche Straftäter in Marikina (eine Stadt in Metro Manila). Dort fanden ihn Sozialarbeiter und brachten ihn zu PREDA.

Die Geschichte von Peters jungem Leben ist unklar, sagt Jovelyn Legaspina, die Sozialarbeiterin, die sich jetzt um ihn kümmert. Aber er erzählt seine Geschichte immer wieder, immer im Einklang mit den gleichen blutigen Details. Eines ist sicher, sagt Legaspina: "Das Kind war durch die Umstände des Todes seiner Mutter schwer traumatisiert. 2018 fand Peter Zuflucht im PREDA-Jungenheim in Zambales." Die Einrichtung dient als Zufluchtsort für Kinder und Minderjährige, die von PREDA aus staatlichen Jugendstrafanstalten gerettet werden.

Letztes Jahr hat PREDA beschlossen, Jungen, die jünger als 12 Jahre alt sind, getrennt von den Älteren unterzubringen. Peter lebt jetzt zusammen mit zehn anderen Jungen unter 12 Jahren in einem Haus auf demselben Gelände in Zambales, auf dem sich auch PREDAs Mädchenheim befindet.

Einige von ihnen besuchen eine nahegelegene Grundschule, aber die meisten werden von mobilen Lehrern unterrichtet, die vom Bildungsministerium akkreditiert sind. Sie kommen zu PREDAs Jungenheimen und erteilen Unterricht nach dem staatlich anerkannten alternativen Lernsystem (ALS).

Der Unterricht wird auch von PREDA-Mitarbeitern angeboten. Die Schulbildung, die Kinder bei PREDA erhalten, ermöglicht es ihnen, die Grund- und Sekundarschulbildung zu beenden und sich für eine spätere Beschäftigung weiterzubilden.

Herausforderungen

PREDA steht vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, diese verwundeten Seelen zu heilen, Diese Kinder - alle unter 12 Jahre alt - lebten ungeschützt in den Straßen von Metro Manila und Central Luzon oder wurden zusammen mit älteren Jungen in sogenannten Kinderheimen eingesperrt. PREDA bietet ihnen nun das Recht, als Kinder in einer geschützten Umgebung zu leben. sagt Pater Shay. Die größte Herausforderung besteht darin, die Haltung lokaler Beamter zu ändern, die die Rechte der Kinder nicht respektieren und ihnen kein angemessenes Zuhause und keine angemessenen Dienstleistungen bieten.

PREDA-Sozialarbeiter "retten" Kinder aus staatlichen Jugendstrafanstalten. Berichten zufolge herrschen in diesen Jugendstrafanstalten unmenschliche und nicht kindgerechte Lebensbedingungen. Die Erhaltung der PREDA-Kinderheime ist teuer und arbeitsintensiv, da sie rund um die Uhr betrieben werden. Finanzierung und Nachhaltigkeit sind daher immer eine Herausforderung.

Wie Peter haben die meisten Jungen, die zu PREDA kommen, erst das erste oder zweite Jahr der Grundschule abgeschlossen. Die Älteren besuchen ALS-Kurse, in denen sie lesen und schreiben lernen, während sie ihre Berufsausbildung absolvieren. Aber ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse am Lernen zu behalten, ist für ihre Lehrer und Ausbilder immer eine große Herausforderung. Und es ist nicht einfach, LehrerInnen für diese schwierige Aufgabe vor Ort in Zambales zu finden, sagt Pater Shay.

Die Jungen müssen wieder Selbstvertrauen gewinnen. Sie müssen wieder Vertrauen in die Gemeinschaften gewinnen, aus denen sie stammen. PREDA braucht mehr Sozialarbeiter, Lehrer und Psychologen, um ihnen bei diesem Aufstieg zu helfen.