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20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

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14. April 2021: Ein Beitrag von Ulrike Thönniges, Geschäftsführerin des Tatort - Straßen der Welt e.V.

Die globale Impfkampagne ist ordentlich in Schieflage -Impfgerechtigkeit geht aber nur global- und bleibt wohl eine Illusion. Ohne faire Impfstoffverteilung weltweit verwehren wir Millionen Kindern eine lebenswerte und sichere Zukunft!

 

 

"Die Welt steht am Rande eines katastrophalen moralischen Versagens, und der Preis dafür wird mit Leben in den ärmsten Nationen bezahlt"                                                                                                                                                                                                             Adhanom Ghebreyesus

 

Diese Worte von Tedros Adhanom Ghebreyesus (Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO) im Januar 2021 bleiben einprägsam.

Impfstoff-Egoismus kann sich in einer Pandemie eigentlich kein Land leisten. Denn die Welt wird die COVID-19-Krise nur dann überstehen können, wenn sie weltweit und nicht nur bei uns in den reichen Ländern bekämpft ist. Seit über einem Jahr herrscht ein weltweiter Ausnahmezustand, mit verheerenden sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und psychologischen Auswirkungen.

Impfen ist der sicherste Weg, Menschenleben zu retten und die Beschränkungen zurückzunehmen. Ein "fairer und gerechter" weltweiter Zugang zu Impfstoffen ist nicht nur eine Frage der Menschlichkeit. Wenn nicht überall auf der Welt das Impftempo deutlich zunimmt, drohen neue, gefährlichere Mutationen, gegen die bisher entwickelte Impfstoffe immer weniger wirksam werden. Das rächt sich, denn dann fangen wir mit der Impferei von vorne an...!

Solange viele Länder auf der Strecke bleiben, kann das Virus munter weiter mutieren, Ländergrenzen überschreiten und auf Jahre weltweit Schaden anrichten. Der Plan der WHO für eine "faire globale" Verteilung von Corona-Impfstoffen ist ja per Stand heute ziemlich gescheitert. Die Industriestaaten beanspruchen einen Großteil der Impfdosen für sich, zu Lasten Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika, die beim Impfschutz entsprechend weit hinterherhinken.

Alle Impfdosen, die derzeit produziert werden, sind bereits verkauft, denn Amerikaner und Europäer haben mehr gekauft, als sie brauchen. Nur zwei Prozent der Produktion, die die Hersteller z.Z. leisten können, gehen in Entwicklungsländer. Das heißt, der Großteil der Weltbevölkerung kriegt den kleinsten Teil von dem, was derzeit produziert wird. Und das ist aus unserer Sicht kaum der richtige Weg für eine effektive Eindämmung der Pandemie.

Die Situation wird auch dadurch nicht verbessert, weil die meisten Hersteller die Impfzulassungen nur in den Ländern beantragt haben, wo sie die größten Profite erwarten können, und nicht global bei der WHO. Das verzögert die Lieferungen und schafft genau die Lage, die eigentlich verhindert werden muss: ein chaotischer Impf-Markt, und ein unkoordiniertes Impf-Vorgehen gegen das Virus. Dessen ungeachtet ist es so, dass derzeit nicht nur kein einziges reiches Land eine global gerechte Verteilung von Impfstoffen priorisiert, sondern auch sämtliche Impfstoff-Hersteller Priorisierungen aus bekannten Gewinn-maximierenden Gründen ablehnen.

Der Stolperstein "Patentschutz" ist auch noch so ein Verhinderer um kurzfristig große Mengen Impfstoff her- und bereitzustellen.

Wichtigste Forderung bleibt hier die temporäre Aufhebung des Patentschutzes!

Auf internationaler Ebene haben sich besonders Südafrika und Indien dafür stark gemacht. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich dafür ein, in Deutschland beispielsweise Misereor, Brot für die Welt und die Welthungerhilfe.

 

 

Und WIR hier in unserer Komfortzone im eigenen kleinen Kosmos verlieren in der Pandemie auch noch weitere gravierende und sich verschärfende Krisen des Südens aus dem Blick.

Hunger, fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung, mangelnde Bildungschancen sowie massive Kinderrechtsverletzungen.

 

Aktueller Bericht im Ärzteblatt: Globale Impfstoffverteilung: Die Blockade der Reichen

Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen: „... diese Pandemie wird erst vorbei sein, wenn sie für alle Menschen vorbei ist." Rechte an geistigem Eigentum sowie Patente schützten jedoch lediglich die wirtschaftlichen Gewinne des einzelnen Pharmaunternehmens. „...Regierungen müssen konkrete Bedingungen an ihre Subventionen und Förderungen knüpfen, die für alle bezahlbare Preise, Transparenz und die Möglichkeit für Technologietransfer, und damit eine Ausweitung der globalen Impfstoffproduktion, sicherstellen...“  Hier geht es zum vollständigen Artikel auf aerzteblatt.de.