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20 Jahre Tatort – Straßen der Welt e.V.

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Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelung -female genital mutilation (kurz:FGM)-

Zu den traditionellen Bräuchen zählt die Genitalverstümmelung. Bei dieser grausamen Prozedur werden den Mädchen die Klitoris und die äußere Schamlippen entfernt.

Bei den Samburu liegt die Rate der Genitalverstümmelungen bei nahezu 100 Prozent. Dabei stellt ein 2010 erlassenes Gesetz solche Praktiken unter Strafe. Bei einer Anzeige werden sie entsprechend geahndet. Die Umsetzung der Gesetze lässt in den abgelegenen Regionen sehr zu wünschen übrig. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit bis zu 150 Millionen Frauen von der grausamen Praxis betroffen - vor allem in Afrika.

Die weibliche Beschneidung gehört für die meisten afrikanischen Völker noch immer zum Alltag und die Unwissenheit hierüber ist ein großes Problem. Das ist der Grund, warum Aufklärung und Bildung der Kinder so wichtig ist.

Rebecca Lolosoli

Rebecca Lolosoli

Rebecca Lolosoli klärt heute in Schulen darüber auf und erklärt Mädchen und Jungen, dass dieser Brauch keinerlei Vorteile hat. Die Verstümmelung bringt große gesundheitliche Schäden für die Frau mit sich und führt nicht selten zum Tod aufgrund von starken Blutungen oder Wundinfektionen. In den Dörfern klärt sie in Workshops auch die Männer und Frauen auf.

Die Mädchen sollen so früh wie möglich ihre Rechte kennenlernen und erfahren, dass auch sie wertvolle Menschen sind. Es ist ein langer Prozess, denn die Frauen müssen erst lernen, dass Gewalt ein Unrecht ist, und dass Genitalverstümmelung zu den schwersten Menschenrechtsverletzungen gehört.

"Je mehr wir gemeinsam für ein Ende kämpfen und, vor allem nicht wegschauen, umso höher sind die Chancen, dass dieses Ziel in greifbare Nähe rückt. Die Mädchen in unserem Dorf werden nicht beschnitten", betont Rebecca Lolosoli.

Antonia Waskowiak

Antonia Waskowiak und Rebecca Lolosoli

Antonia Waskowiak, eine junge deutsche Frau, lebt in Kenia und studiert in Nairobi "Community Development". Beim Stamm der Kuria kämpft sie vehement gegen Genitalverstümmelung (FGM). Um diese Arbeit zu finanzieren hat sie den Verein Zinduka e.V. gegründet.

Schon als Schülerin, mit ca. 16 Jahren, war es ihr Wunsch einmal als "Nicht-Tourist" nach Afrika zu gehen. Über den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) nahm sie an einem dreiwöchigen Camp im kenianischen Stamm der Kuria mit handwerklicher Arbeit sowie die Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung teil: Wie alles begann...

96% der Frauen im Volk der Kuria sind verstümmelt. Das Verstümmelungsalter der Mädchen liegt zwischen 9 und 18 Jahren, jedoch findet die Prozedur meist bis zum 15. Lebensjahr statt. Das wird darauf zurückgeführt, dass die Mädchen in jüngeren Jahren noch nicht so gebildet sind, um verstehen zu können, was ihnen angetan wird. Außerdem werden sie, sobald sie der FGM unterzogen wurden und diese überlebt haben, verheiratet.

Dies ist für die in der Regel sehr armen Eltern eine große Erleichterung, da die Tochter in die Familie des Mannes zieht und sie im Gegenzug ein wertvolles Geschenk, den sogenannten Brautpreis, erhalten. Auf beispielsweise eine neue Kuh, Ziege oder Hühner sind die Eltern angewiesen. Sobald ein Mädchen verstümmelt, verheiratet und in den Haushalt den Mannes eingebunden ist, gibt es kein Zurück mehr.

Sie hat kein Recht darauf, ihren eigenen Weg zu gehen, eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen.

Antonia und Rebecca arbeiten sehr erfolgreich im Kampf gegen Genitalverstümmelung zusammen und haben bereits mehrere Projekte zusammen initiiert.  

K24 report über FGM in Kuria 2018 (mit deutschen Untertiteln)

Rettungscamps gegen Genitalverstümmelung (Rescue-Camps)

Antonia bietet regelmäßig Rescue-Camps (Rettungscamps) an, um Mädchen vor der Genitalverstümmelung zu bewahren. Mädchen, die sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung entschieden haben, werden 10 Tage betreut und dadurch vor dem grausamen Ritual bewahrt. Sie werden unter anderem über Details der weiblichen Genitalverstümmelung, menschliche Anatomie, Hygiene, allgemeine Gesundheit und Zukunftsperspektiven unterrichtet, aber auch Spiel, Spaß und Sport kommen nicht zu kurz. Zum Abschluss gibt es eine große Feier mit den Angehörigen, bei dieser Feier erhalten alle Mädchen eine Urkunde. Auch danach werden die Mädchen und deren Familien weiterhin betreut. 

Film über das Rescue Camp 2019

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