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Genitalverstümmelung - Female Genital Mutilation (FGM)

In 30 Ländern Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens, in denen FGM praktiziert wird, sind mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. FGM wird meist an jungen Mädchen zwischen dem Säuglingsalter und 15 Jahren durchgeführt.

FGM ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte von Mädchen und Frauen.

Weibliche Genitalverstümmelung umfasst alle Verfahren, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien aus nichtmedizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt oder die weiblichen Genitalien auf andere Weise verletzt werden. Die Praxis hat keine gesundheitlichen Vorteile für Mädchen und Frauen und führt zu starken Blutungen und Problemen beim Wasserlassen, später zu Zysten, Infektionen sowie zu Komplikationen bei der Geburt und einem erhöhten Risiko des Todes von Neugeborenen (Quelle: WHO).

Die weibliche Beschneidung gehört für die meisten afrikanischen Völker noch immer zum Alltag und die Unwissenheit hierüber ist ein großes Problem. Deshalb sind Aufklärung und Bildung so wichtig.

Bei den Samburu liegt die Rate der Genitalverstümmelungen bei nahezu 100 Prozent. Dabei stellt ein 2010 erlassenes Gesetz solche Praktiken unter Strafe.

IN SEARCH (FSK 12 Jahre) ein Film von und über Beryl Magoko, zeigt das sehr eindrucksvoll!

Rebecca Lolosoli

Rebecca Lolosoli

Rebecca Lolosoli klärt heute in Schulen darüber auf und erklärt Mädchen und Jungen, dass dieser Brauch keinerlei Vorteile hat. Die Verstümmelung bringt große gesundheitliche Schäden für die Frau mit sich und führt nicht selten zum Tod aufgrund von starken Blutungen oder Wundinfektionen. In den Dörfern klärt sie in Workshops auch die Männer und Frauen auf.

Die Mädchen sollen so früh wie möglich ihre Rechte kennenlernen und erfahren, dass auch sie wertvolle Menschen sind. Es ist ein langer Prozess, denn die Frauen müssen erst lernen, dass Gewalt ein Unrecht ist, und dass Genitalverstümmelung zu den schwersten Menschenrechtsverletzungen gehört.

"Je mehr wir gemeinsam für ein Ende kämpfen und, vor allem nicht wegschauen, umso höher sind die Chancen, dass dieses Ziel in greifbare Nähe rückt. Die Mädchen in unserem Dorf werden nicht beschnitten", betont Rebecca Lolosoli.

Antonia Waskowiak

Antonia Waskowiak und Rebecca Lolosoli

Antonia Waskowiak, eine junge deutsche Frau, lebt in Kenia und studiert in Nairobi "Community Development". Beim Stamm der Kuria kämpft sie vehement gegen Genitalverstümmelung (FGM). Um diese Arbeit zu finanzieren hat sie den Verein Zinduka e.V. gegründet.

Schon als Schülerin, mit ca. 16 Jahren, war es ihr Wunsch einmal als "Nicht-Tourist" nach Afrika zu gehen. Über den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) nahm sie an einem dreiwöchigen Camp im kenianischen Stamm der Kuria mit handwerklicher Arbeit sowie die Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung teil: Wie alles begann...

96% der Frauen im Volk der Kuria sind verstümmelt. Das Verstümmelungsalter der Mädchen liegt zwischen 9 und 18 Jahren, jedoch findet die Prozedur meist bis zum 15. Lebensjahr statt. Das wird darauf zurückgeführt, dass die Mädchen in jüngeren Jahren noch nicht so gebildet sind, um verstehen zu können, was ihnen angetan wird. Außerdem werden sie, sobald sie der FGM unterzogen wurden und diese überlebt haben, verheiratet.

Dies ist für die in der Regel sehr armen Eltern eine große Erleichterung, da die Tochter in die Familie des Mannes zieht und sie im Gegenzug ein wertvolles Geschenk, den sogenannten Brautpreis, erhalten. Auf beispielsweise eine neue Kuh, Ziege oder Hühner sind die Eltern angewiesen. Sobald ein Mädchen verstümmelt, verheiratet und in den Haushalt den Mannes eingebunden ist, gibt es kein Zurück mehr.

Sie hat kein Recht darauf, ihren eigenen Weg zu gehen, eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen.

Antonia und Rebecca arbeiten sehr erfolgreich im Kampf gegen Genitalverstümmelung zusammen und haben bereits mehrere Projekte zusammen initiiert.  

K24 report über FGM in Kuria 2018 (mit deutschen Untertiteln)

Rettungscamps gegen Genitalverstümmelung: Girls Empowerment Camps

Antonia bietet regelmäßig Girls Empowerment Camps an, um Mädchen vor der Genitalverstümmelung zu bewahren. Die Mädchen werden während der traditionellen Beschneidungszeit um Weihnachten herum in das Camp aufgenommen und dadurch vor dem grausamen Ritual bewahrt. Sie werden unter anderem über Details der weiblichen Genitalverstümmelung, menschliche Anatomie, Hygiene, allgemeine Gesundheit und Zukunftsperspektiven unterrichtet, aber auch Spiel, Spaß und Sport kommen nicht zu kurz. Zum Abschluss gibt es eine große Feier mit den Angehörigen, bei dieser Feier erhalten alle Mädchen eine Urkunde. Auch danach werden die Mädchen und deren Familien weiterhin betreut. Wichtig ist, auch die Mütter und Väter einzubeziehen, damit die Mädchen nicht später beschnitten werden. 

Im Stamm der Kuria im Südwesten Kenias (zu 70 % Christen) wird zu bestimmten Zeiten im Jahr die weibliche Genitalverstümmelung als traditionelles Ritual durchgeführt. Wer wann beschnitten wird, bestimmt der Ältestenrat, nicht die Mädchen selbst. Sie werden nicht gefragt. FGM ist in Kenia seit 2011 zwar gesetzlich verboten, trotzdem wird es praktiziert, auch in anderen Stämmen. Zinduka e.V. setzt sich seit knapp 10 Jahren gegen die Praktik mit unterschiedlichen Projekten ein.

Bis zu 150 Mädchen nehmen teil, die sich in akuter Gefahr vor FGM befinden. In der Regel sind die Mädchen zwischen 7 und 17 Jahren jung. Wir sind vor Ort mit knapp 5000 Familien und ca. 15 Schulen in ständigem Kontakt und erreichen so die Mädchen. Das Camp wird von einem Team von kenianischen Frauen und Männern von Weihnachten bis Anfang Januar durchgeführt. Eine besondere Bedeutung für die Mädchen haben dabei junge Frauen, die sich dem Ritus widersetzt haben und ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben.

Viele Mädchen und auch Eltern haben ihre Meinung zu FGM durch das Camp geändert. Sie geben Gelerntes an Geschwister und Freunde weiter. Inzwischen unterstützen auch lokale Abteilungen des Bildungsministeriums, des Gesundheitsministeriums, des Jugendamtes und der Polizei die Camps.

Film über das Rescue Camp 2021

März 2021: Film über die Arbeit von Zinduka in Zeiten der Pandemie

Film über das Rescue Camp 2019

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